Sexualität – ein tabuisiertes Thema?

Ein, schon seit vielen, vielen Jahren, tabuisiertes Thema ist die Sexualität. Die meisten Menschen empfinden Gespräche darüber als unangenehm und vermeiden sie, besonders in der „Öffentlichkeit“. Sexualität ist etwas Intimes, man fühlt sich eventuell bloßgestellt, im Sinne von „nackt“, ohne Schutz. Wenn es um dieses Thema geht, werden viele von uns aus ihrer „Comfort-Zone“ gerissen.

Das Thema Sexualität in Bezug auf kleine Kinder im Kindergarten oder alte Menschen im Altersheim ist, so nehme ich an, für die Mehrheit der Menschen ein richtiges No-go. Und warum ist das so? Weil wir, wenn wir das Wort „Sexualität“ hören, sofort an Sex, Geschlechtsverkehr denken. Und genau das verursacht in Bezug auf sehr junge oder sehr alte Menschen Unbehagen. Hier ist aber nun ganz wichtig zu erwähnen, dass Sexualität absolut nicht nur auf den Geschlechtsverkehr bezogen ist. Ganz im Gegenteil! Da gehört viel mehr dazu. Eine Definition von Sexualität ist dem Sexualpädagogen Uwe Sielert, meiner Meinung nach, besonders gut gelungen. Er bezeichnet Sexualität als Lebensenergie, die jedes menschliche Lebewesen hat. Das Medium der Sexualität ist der Körper, jedoch ist sie in den verschiedensten Bereichen, auf diverse Weisen zu finden. Mit dieser Definition sagt Sielert also aus, dass diese Lebensenergie, also nicht nur Geschlechtsverkehr bedeutet, sondern auch jeden in jedem Lebensalter betrifft.

Somit ist Sexualität für uns sehr wichtig vor allem für unsere Entwicklung. Gerade in jungen Jahren ist man voller Energie, die man auch gut nützen kann. Sexualität ist außerdem mit Nachfühlen und Erkunden verbunden und ist sehr individuell. Sogar das kindliche Selbst wird durch sie geprägt, in Bezug auf Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl.

Eingehend auf das Stichwort Selbstwertgefühl, möchte ich zum Abschluss noch auf einen weiteren wichtigen Punkt eingehen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Themen Selbstwertgefühlt, Selbstwertschätzung Selbstachtung immer eine wichtige Rolle spielen. Die Sexualität, dessen Medium der Körper ist, wird zwar einerseits in der Gesellschaft tabuisiert, wird aber auch für kommerzielle Zwecke verwendet, oder gar „missbraucht“. In der Werbung findet man sehr oft halb nackte Frauen, oft auch Männer. Auf viele Frauen wirkt sich damit ein enormer Druck aus. Sie vergleichen sich mit den „perfekten“ Körpern. Zurück zum Stichpunkt Selbstwertgefühl, das hier bei vielen Frauen, so vermute ich, niedergedrückt wird. Auch Artikel mit Themen, wie „Das finden Männer an Frauen sexy“ oder „Was zum perfekten Frauenkörper gehört“ tragen dazu bei. An alle Frauen und Männer, die ich hier keineswegs ausschließen möchte: Nehmt euren Körper so an wie er ist, denn so ist er schön und hört auf euch zu vergleichen. Wenn das bereits der Fall ist, dann weiter so! (:

Für weitere Meinung ist immer Platz, wenn ihr in einigen Punkten zustimmt oder dagegen seid, so könnt ihr gerne einen Kommentar hinterlassen.

 

Quelle:
https://www.isp-dortmund.de/vortrag_Sielert_-_Sexuelle_Bildung.pdf
und eigene Gedanken (einer jungen Frau) (:

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