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die Meditation

Meditation

 

In diesem Beitrag werde ich mich, wie es der Titel schon fast verrät, auf die Meditation spezialisieren. Ursprünge, Techniken, Meditation in verschiedenen Religionen,… Zu diesem Thema gibt es sehr viel Information. Ich werde versuchen die einzelnen Kapitel so gut es geht zu zentrieren.

 

Der Begriff kommt vom Lateinischen „meditatio“„meditari“ was „nachdenken“, „überlegen“, „nachsinnen“ bedeutet. Das griechische Wort „medomai“ für „denken, sinnen“  ist hier nicht weit entfernt. Die Meditation ist eine spirituelle Praxis. Prinzipiell ist es nach außen keine schwere Übung: meistens setzt man sich im halben oder ganzen Lotus oder in den Schneidersitz und sitzt erstmal. Dabei wird versucht mit Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen den Geist zu beruhigen und zu sammeln. Die Bewusstseinszustände die man in der Ruhe erlebt, werden je nach Tradition als Leere, Stille, Einssein, im Hier und Jetzt sein oder frei von Gedanken beschrieben. In tiefer Meditation das Gefühl des Einsseins zu erleben wird auch als Überwindung von Subjekt und Objekt beschrieben (Subjekt-Objekt-Spaltung von Karl Jaspers.)

 

Meditation findet man in vielen Kulturen und Religionen wider. Wobei das Fundament, den Geist zu beruhigen, nicht weit abweicht. Eher sind es die Methoden und Ziele die sich unterscheiden.

 

Daoismus:

Höchstes Ziel: die Einheit mit dem Dao – physische oder spirituelle Unsterblichkeit

Buddhismus, Hinuismus und Jainismus:

Hier ist das höchste Ziel die Erleuchtung oder das Erreichen des Nirwana

Christentum, Judentum und Islam:

Das höchste Ziel der meditativen Praxis ist hierbei das unmittelbare Erfahren des Göttlichen

 

Im Hinduismus, Buddhismus und Daoismus hat die Meditation fast die gleiche Bedeutung wie im Christentum das Gebet. Auch im mittelalterlichen Christentum wurde meditiert; bis die Mystik in den Verruf der Häresie geriet.

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Vielleicht auch schon früher, aber besonders heute werden Meditationstechniken als Hilfsmittel verwendet. Mit der Absicht einen vom Alltagsbewusstsein unterschiedlichen Bewusstseinszustand zu üben, in dem das Hier und Jetzt, das gegenwärtige Erleben oberste Priorität hat; frei vom Alltagsdenken, frei von Bewertungen und Bennenungen, frei von der persönlichen Wichtigkeit von Erinnerungen, Zweifel, Plänen und Ängsten (Vergangenheit und Zukunft). Das Resultat lang Praktizierender ist meist ein äußerst klares Gewahrsein und tiefste Gelassenheit zugleich.

Da die Verbindung zum Taiji (Yin Yang) nicht weit ist, gibt es grob gesehen auch hier zwei Gruppen:

  • körperlich aktive Meditation: körperliche Bewegung, achtsames Handeln oder lautes Rezitieren gehören zur Meditationspraxis
  • körperlich passive Meditation: das stille Sitzen

Der Fortschritt geistigen Wachstums ist sowohl bei der aktiven als auch bei der passiven ähnlich. Bei beiden können die aktive Aufmerksamkeit und die passive Gelassenheit wachsen.

 

die verschiedenen Techniken:

 

Passive Meditationen:

  • Stille- oder Ruhemeditation:

Der Adept (Schüler) lässt die Gedanken ruhen und steigt somit in die Wolke des Nichtwissens. Das Ziel ist es den meditativen Bewusstseinszustand mit dem Alltagsbewusstsein zu vereinen, sie gleichzeitig zu erfahren. Keine Trennung zwischen vita activa und vita contemplativa.

 

  • Achtsamkeits- oder Einsichtsmeditation:

Der Praktizierende sitzt in einer aufrechten Haltung; harmonisches Verhältnis von Spannung und Entspannung. Grundlage der Übung ist die vollkommene Achtsamkeit für die geistigen, emotionalen und körperlichen Regungen im gegenwärtigen Augenblick. Das nicht wertende und absichtslose Gewahrsein im Hier und Jetzt, ohne an Gedanken, Empfindungen oder Gefühlen zu haften ist alles was existiert. Ziel ist die transzendente spirituelle Erfahrung – wobei die Auflösung der Dualität und die Befreiung des Selbst parallel einhergehen sollen. Vipassana und Zazen sind die bekanntesten passiven Meditationen.

 

  • Konzentrationsmeditation:

Bei der Samatha-Meditation (auch Geistesruhe-Meditation) konzentriert man sich auf ein einziges Objekt (auf den Atem, ein Chakra, ein Bild vor dem geistigen Auge, einen Gedanken, ein Wort oder ein Mantra). Dadurch wird der alltägliche Gedankenfluss gestillt und es kehrt Ruhe im Geist ein. Oft wird die Samatha-Meditation als Vorübung für die Vipassana-Meditation verwendet.

(Ruolf Steiner (1861-1925) erwähnt in seiner begründeten Anthroposophie verschiedene Arten der Meditation als Selbstvertiefung und -verstärkung des Denkens, die in den Bereich der Konzentrationsmeditation fallen.)

 

  • Transzendentale Meditation (TM):

Hier haben wir einen etwas jüngeren Kandidaten, die Transzendentale Meditation ist erst seit Ende der 1950er Jahre weltweit bekannt. Laut den Vermittlern dieser Meditationstechnik ist die TM mit allen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen vereinbar. Als Hilfsmittel der Technik wird ein Wort oder ein Mantra ohne Anstrengung, ganz einfach und natürlich angewendet; ohne Verwendung der Konzentration oder der Kontemplation. Bei richtiger Anwendung erfahre der Meditierende neben erhöhter Wachheit auch gleichzeitig tiefe Stille. Man spricht bei fortgeschrittener Praxis von  dem „vierten Hauptbewusstseinszustand“, der gemeinsam mit den anderen (Wachsein, Traum und Tiefschlaf) einhergeht. Von täglichen 24 Stunden ruhevoller Wachheit ist die Rede. So entwickeln sich anscheinend höhere Bewusstseinszustände, die schließlich in die sinnlich erfahrene Einheit von Selbst und Welt („Einheitsbewusstsein“) münden.

 

Dass es nicht zu viel wird verlinke ich euch die letzte passive Meditationsübung.

Die Tafeln von Chartres: http://www.spirituelle-reisen.de/kurse/chartres-meditation

 

Aktive Übungen:

 

Zen-Buddhismus:

  • Kinhin (Gehmeditation):

bekannter Vertreter dieser Meditation: Thích Nhất Hạnh.

  • Sadō (oder Chadō) – der Weg der Teezeremonie:

wird auch Teeweg genannt – gemeinsames Teetrinken (extrem vereinfachte Beschreibung! die grobe Erklärung des Ablaufs auf Wikipedia ist über 1000 Wörter lang 😀 )

  • Shodō – der Weg der Schreibkunst:

Vergleichbar mit der Kalligraphie (Schönschreibkunst)

  • Kadō – der Weg des Blumenarrangements:

soll die Natur in den Lebensraum des Menschen bringen und die kosmische Ordnung darstellen (auch Ikebana genannt)

  • Suizen – das kunstvolle Spiel der Shakuhachi-Bambusflöte:

kleiner Einblick in den Klang der Flöte: https://www.youtube.com/watch?v=8UabRS9sBUU

  • Zengarten – die Kunst der Gartengestaltung:

die Gärten bestehen lediglich aus Kies, Steinen und Felsbrocken; mit Ausnahme von Moos werden keine Pflanzen verwendet – sowohl das Rechen als auch das Betrachten dieser Gärten ist Teil der Meditation

  • Kyūdō – die Kunst des Bogenschießens:

Bogenschießen gilt in vielen Ländern als Konzentrationssache – Hauptsportart von Bhutan

  • Budō – der Weg des Krieges:

Ausübung von Kampfkünsten – Budō ist ebenso der Oberbegriff aller japanischen Kampfkünste: Jiu, Jitsu, Judo, Karate, Aikidō, Shōrinji Kempō, Sumō, Kendō, Iaidō, Kyūdō, etc.

  • und natürlich auch die alltäglichen Verrichtungen: Samu (Abwasch, Reinigung, Gartenarbeiten,…)

 

Außerdem noch verbreitete Methoden:

 

  • Tantra:

hat die Wurzeln im Hinduismus und im Buddhismus – es ist die Lehre des Flusses der Kundalini / des Qi

  • Yoga:

besteht aus verschiedenen Körperhaltungen, Dehnübungen, Atemtechniken, Fasten, Balance, etc. – im Jnana Yoga wird Meditation als natürlicher Seinszustand angesehen und daher nicht praktiziert.

  • Tanz:

im Orient ist der Derwisch-Tanz im Sufismus, der islamischen Mystik, eine Vorbereitung für die Meditation – auch Kreistänze werden für Trancezustände getanzt – ebenso der sakrale Tanz

  • Musik und Rezitation:

da eh alles aus Schwingung besteht kann sie doch nicht schaden: in vielen Schulen werden rhythmische Klänge und Musik verwendet um die Meditation zu erleichtern – im Christentum haben wir den Chorgesang – gemeinsam gesprochene Gebete oder Mantras wirken ähnlich wie Instrumente – Kehlkopfgesang – Klangschalen und Zimmeln – Trommeln – jegliche Art von Rhythmus hat Auswirkungen auf uns

 

neuere fernöstliche Meditationsmethoden:

 

  • Dynamische Meditation
  • Kundalini-Meditation
  • Nadabrahma-Meditation
  • und die Nataraj-Meditation

 

 

So, ich denke es ist genug für heute. Vielleicht folgt in Zukunft noch ein Beitrag zur Meditationsforschung. Ich bedanke mich für´s Lesen und bin offen für Anmerkungen jeglicher Art 🙂

 

Niemals in der Welt hört Hass durch Hass auf. Hass hört durch Liebe auf.

-Buddha

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