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„Siddhartha“ von Hermann Hesse

„Siddhartha“ von Hermann Hesse

Der 1877 in Calw geborene Hermann Hesse war ein Vordenker seiner Zeit. In einer evangelischen Missionarsfamilie aufgewachsen, verspürte er bald den künstlerischen Freiheitsdrang, der sich nicht mit der bürgerlichen Enge deckte. Bekannt wurde Hesse unter anderem aufgrund seiner Prosawerke „Der Steppenwolf“ und „Siddhartha“. Hesse betätigte sich aber auch als Dichter und Maler. Zu seinen herausragenden lyrischen Werken, die Besinnung, Weisheit und meist auch Schwermut vereinen, zählen die Gedichte „Stufen“, „Im Nebel“ und „Gestutzte Eiche“. Während der Nazizeit galten seine Werke als „entartete Kunst“. Erst nach dem Krieg erfolgte die Würdigung seines Schaffens, indem er 1948 den Nobelpreis für Literatur verliehen bekam. Sein Wirken als bildender Künstler (Aquarellmalerei) bezeichnete der Dichter als Therapie, die sich zur Leidenschaft ausweitete.

Der Brahmanensohn Siddhartha

Seine Liebe zur indischen Kultur und zu den asiatischen Weisheitslehren bekundete Hesse in seinem Roman „Siddhartha“. So wie Hesse selbst, möchte die Titelfigur, ein Brahmanensohn, familiärer und gesellschaftlicher Fremdbestimmung entfliehen. Auf der Suche nach dem eigenen Weg, durchlebt Siddhartha verschiedene Lebenssituationen. Er taucht ein in Welten der Askese, der Lüste, des Reichtums und mehr und landet schließlich am Fluss. Hier wird ihm bewusst, dass Erkenntnisse nicht durch Lehren, sondern mittels selbst gemachter Erfahrungen hervorgerufen werden. Die Klänge am Fluss nimmt er als Lauscher wahr. Siddhartha begreift letztendlich den Fluss als Symbol für den ewigen Wandel und die vielen Stimmen als das heilige Wort „OM“, die Vollendung.