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Spiritualität

Yin zu dem Yang

„Beides ist eins dem Ursprung nach und nur verschieden durch den Namen. In seiner Einheit heißt es das Geheimnis, das Tor, durch das alle Wunder entstehen.“ -Daodejing (Tao Te King)

Den Zustand unseres Universums vor dem Urknall nennt man Singularität. Man spricht von einem Punkt der aus Energie bestand, oft ist auch die Rede von einer unendlichen Dichte. Um das Thema YIN-YANG zu starten beginne ich mit dem Kreis der das Taiji-Zeichen umrundet. Die alten Weisen Chinas symbolisieren den Kreis mit einem frühen Zustand des Universums, in dem sich die kosmischen Urenergien in positive und negative Kräfte getrennt haben. Da hat das ganze Schlamassel begonnen 😀

Bei dem Begriffspaar YIN und YANG handelt es sich um Symbole, die Zustand und Veränderung aller Bereiche des Lebens zwischen Himmel und Erde charakterisieren. Im alten, klassischen chinesischen Denken sind sie Ausdruck der Polarität aller Dinge und Phänomene. Nicht zu verwechseln ist dies mit dem Dualismus, wo zwei Elemente im Spannungsverhältnis, Gegensatz oder sogar in Unvereinbarkeit stehen. Die Polarität ist leichter als Magnet anzusehen. Beide Pole sind anders, jedoch nicht voneinander wegzudenken. Wenn man den Pluspol mit Yang und den Minuspol mit Yin betrachtet, befindet man sich im altchinesisch-polarem Denken. Dieses Denken steigt durch YIN und YANG aus der dualistisch-gegensätzlich bewertenden Sicht heraus. In dieser eben genannten dualistischen Denkweise werden Gegensätze festgestellt, welche nebeneinander nicht gleichzeitig richtig sein können. Beispiel: Ein Ding ist entweder hier oder nicht hier, rund oder nicht rund. Durch solch ein Gegenüberstellen kann man Dinge oder Phänomene zwar eindeutig definieren aber gleichzeitig wird es auch ein- und abgegrenzt. Indem du etwas benennst/definierst grenzt du es genau mit einer Bezeichnung ein, dadurch nimmst du dem Phänomen die Freiheit alles andere zu sein. Man kann die Dinge nicht zu 100% benennen, immerhin sind sie nicht absolut, sie sind alle Teile von einem größeren Ganzen und im Wandel stetiger Veränderung, also relativ.  Im kausal-analytisch-denkendem Bereich unserer Erde, also im Westen, ist die Wissenschaft weiter verbreitet als im Osten. In den Wissenschaften geht es um Fakten, um Resultate. Man definiert. Ist – ist nicht / entweder – oder. Dies wurde durch die Newton´sche Physik auch zum Ausdruck gebracht. Doch seit den Erkenntnissen der „neuen“ Physik, ab dem 20. Jahrhundert, wendet sie sich langsam dem polaren Konzept zu. So gilt beispielsweise heute als erwiesen, dass Licht sowohl aus Teilchen, sogenannten Lichtquanten, als auch aus Schwingung besteht, was einer polaren Betrachtungsweise entspricht. Der Unterschied zwischen Dualismus und Polarität sind beim ersten mal hören nicht einfach und gleich zu verstehen, aber das macht ja nichts, mit der Zeit kommt die Reife.

Auch in der Natur spielt die Wandlung eine Rolle. Steigen und Sinken der Temperatur, Zu- und Abnahme von Helligkeit, aufsteigender Dampf, abfallender Regen, nehmen, geben. Das aufsteigende Yang und das absinkende Yin wechseln sich kontinuierlich ab.

Sowohl als auch ist der Schlüssel: Die Sonne gehört zum Tag und der Mond zur Nacht. Also ist der Tag dem Yang und die Nacht dem Yin zuzuordnen. Tag und Nacht wechseln sich in einem Zyklus stetig ab. Daraus folgt, dass der Begriff Tag nur durch die Existenz des Begriffs Nacht unterschieden werden kann. Und genau so umgekehrt; keine Nacht ohne Tag. Nun wird deutlich, dass sich durch die zyklische Betrachtung keine Rangordnung oder Wertung ableiten lassen, weil sich Nacht und Tag, Mond und Sonne, Licht und Schatten und damit auch Yin und Yang, wechselseitig bedingen. Sowohl Yang als auch Yin sind im zyklischen Wechsel gleichbedeutend und nur jeweils in Relation zueinander existierend. „Der Tag beginnt zu Mitternacht, die Nacht beginnt zu Mittag.“

Ein paar Worte zur Monade/ zum Zeichen (TAIJI): Polarität ist kein unvereinbarer Gegensatz oder ein Widerspruch, sondern Ergänzung und Entsprechung im Sinne zweier unterschiedlicher Aspekte eines höheren Ganzen, auch als Synergismus bezeichnet.

  • Jeder Anteil ist gleich groß, egal ob schwarz oder weiß.
  • Es zeigt den Ausdruck eines dynamischen Prozesses, eines Kreislaufes, eines Zyklus.
  • Jedes Teil des Ganzen trägt den anderen Teil als Kern in sich und kann so zum anderen werden.
  • YIN und YANG sind in Harmonie.

Um den Beitrag friedlich und in Ruhe ausgleiten zu lassen und alles zusammenzufassen, sollten die Worte von Buddha gut passen.

„Die Welt ist dem Dualismus hingegeben, dem „es ist“ und dem „es ist nicht“. Wer jedoch der Wirklichkeit gemäß, in voller Weisheit erkennt, wie die Dinge in der Welt entstehen, für den gibt es kein „es ist nicht“ in dieser Welt. Und derjenige, der die Wirklichkeit gemäß in Weisheit erkennt, wie die Dinge unserer Welt vergehen, für den gibt es kein „es ist“ in dieser Welt.“ – Siddhartha Gautama

Ich bedanke mich für´s lesen und bin offen für Kritik! 🙂

Quellen: Internet und das Buch: Im Fluss des Lebens – Der Entwicklungsweg im Qigong

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